Schimmelreiter

Aus Jens Rusch
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Hinweis für Verlage: Keines unserer Motive wird häufiger illegal verwendet, als der Schimmelreiter. Wir sind es einfach leid, jedes Mal einen Anwalt einzuschalten, oder den Vorgang der VG-Bild-Kunst zu melden. Deshalb weisen wir an dieser Stelle noch einmal unmissverständlich darauf hin, daß wir bei höflicher Nachfrage durchaus moderate Verlags-Konditionen anbieten: Für die Verwendung einer Schimmelreiter-Illustration zahlen Sie lediglich 120.- Euro, bei einer Verwendung als Titel oder Cover 500.- Euro.



Aquarell. Original-Vorlage für die Radierung. Privatbesitz
"Schimmelreiter" Farbradierung von zwei Kupferplatten gedruckt. Motiv-Format 50 x 40 cm, mit ca. 10 cm Büttenrand. Auflage: 200 Handabzüge und 10 Künstlerexemplare (e.a.), signiert und einzeln numeriert auf Hahnemühle-Bütten 300 Gramm. Preis: 270.- Euro


Quelle: sh:z


Mischtechnik ca. 40 x 50 cm 1200.- Euro

Inhaltsverzeichnis

Zitate

  • Theodor Storms "Schimmelreiter" hat zwar schon viele Künstler zum Malen inspiriert, doch was Jens Rusch bei der Lektüre der nordischen Novelle assoziiert und dann mit dem Pinsel auf die Leinwand projiziert hat, das ist schon außergewöhnlich. Hamburger Abendblatt



  • "Wer liest, macht sich im Kopf seine eigenen Bilder vom Gelesenen, soviel ist klar; klar ist aber auch: Wer die Illustrationen von Jens Rusch zum "Schimmelreiter" einmal gesehen hat, wird den "Schimmelreiter" nie mehr lesen können, ohne im Kopf die Bilder von Rusch zu sehen." Friedhelm Rathjen

  • Jens Ruschs Illustrationen zu Storms 'Schimmelreiter' sind ein Meisterwerk. Diese Radierungen sind realistisch bis in kleinste Elemente, sie sind eine präzise Darstellung von Nordsee, Deichbau und Mensch und Tier, ganz im Sinne des erdverbundenen Theodor Storm. Aber diese Radierungen sind auch realistisch, wenn es um den Fantasten Storm, um das Geträumte und Unheimliche geht. Noch nie ist der Schimmelreiter-Mythos mit all seinen unwirklichen Zügen, all dem, was der Abergläubische zu sehen meint, so detailgenau verbildlicht worden. Rusch erfasst das Vorhandene und das Imaginierte gleichermaßen. Die Spannung und Dynamik, die Storms Erzählen kennzeichnen, finden in diesen Illustrationen einen hervorragenden Ausdruck. Dr. Martin Lowsky

  • "Als Autor und Herausgeber von zahlreichen Kunstbüchern ist für mich völlig klar, Jens Rusch gehört zu den besten Illustratoren der Republik. Dies hat er jetzt erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt". Michael Legband Autor und Journalist, Kiel

  • Schimmelreiter, ein genuiner Idealtypus

Wenn wir Soziologen von Idealtypen sprechen, ganz im Sinne von Max Weber, bewegen wir uns wie Hauke Haien im Grenzbereich zwischen Mensch und Meer. Der Idealtypus ist fiktiv. Er zeigt einen Ausschnitt der sozialen Wirklichkeit wie unter einer Lupe. Der Schimmelreiter, so wie Theodor Storm ihn erzählt und der Meisterradierer Jens Rusch ins Bild gesetzt hat, ist ein solcher Idealtypus. Hier zeigt sich - ganz im Sinne des spanischen Kulturphilosophen José Ortega Y Gasset - der Mensch als "Homo venator" , der sich bei seinem Kampf in Einheit und in Unterschied zu der ihn umgebenden Natur und somit Glück erfährt. An der Schnittstelle von Natur und Kultur verortet Ortega Y Gasset die eigentliche Vitalsphäre. Nur hier kann der moderne Mensch sein durch die Evolution vorgegebenes Lebensprogramm verwirklichen. Jens Rusch ist es mit seinem Schimmelreiter ganz im Sinne des spanischen Vordenkers "Don José" gelungen, nicht im Bestaunen der Asche zu verharren. Jens Rusch trägt das begeisternde Feuer mit Überzeugung voraus. Bernhard von Oberg

Wikipedia

Rusch illustrierte unter anderem Theodor Storms „Schimmelreiter“, Goethes „Faust“, Arno Schmidts „Schule der Atheisten“ und die Carmina Burana. Seine Schimmelreiter-Illustrationen wurden von sechs Schulbuchverlagen übernommen; sie erschienen darüber hinaus in einer englischen Schulbuchausgabe sowie in einer koreanischen Lizenzausgabe. Bei einer öffentlichen Vorstellung der koreanischen Ausgabe des Schimmelreiters in Brunsbüttel würdigte Gerd Eversberg von der Husumer Theodor-Storm-Gesellschaft das Engagement des Künstlers:

„Ihre realistischen Illustrationen vermitteln den Lesern aus Korea eine angemessene Vorstellung von Landschaft und Leben an der Westküste; sie ergänzen somit die von Theodor Storm beschriebenen Kämpfe der Küstenbewohner gegen die ewigen Naturgewalten. Sie haben damit einen wichtigen Beitrag zur Vermittlung unseres kulturellen Erbes in den asiatischen Raum geleistet. Dort lesen Menschen, die sich für die deutsche Kultur interessieren, gerne Novellen und Gedichte von Theodor Storm.“

Quelle: Wikipedia

Intensionen beim Radieren und Zeichnen

Mischtechnik ca. 40 x 50 cm 1200.- Euro

Die Lesebilder, die bei einem Radierer fortwährend ins Kopfarchiv wandern, erfassen durchaus auch das, was vom Autor zwischen die Zeilen diktiert wurde - aber sie verdichten sich auf andere Weise, als beim einfachen Leser. Das liegt zunächst an der Aufgabenstellung ansich - und natürlich an den erweiterten Ausdruckmöglichkeiten. Hierdurch wird sogar die Tür zu einer dritten Ebene geöffnet, denn auch das Interpretations-Schema des Lesers einer illustrierten Ausgabe erfährt eine neue Dimension. Der Leser hat jetzt noch weiteres Rüstzeug für seine eigene Vorstellungsentwickelung erhalten, die ihm - völlig entgegen langläufigen Klischees keineswegs reduziert werden - und damit nähert er sich vermutlich in diesem Fall ganz erheblich den Vorstellungen Storms.

"Seid Ihr auch hier bei uns?"
"Ja Kind, das alles ist lebig, so wie wir "

Dieser hatte die Hinweise auf noch zu entschlüsselnde Metaphorik ja nicht grundlos eingeflochten, passagenweise jedoch nur angedeutet. Tragfähig werden diese oft nur durch die Sichtweise des jeweiligen Lesers. Eine mystische Novelle war ja nicht intendiert, gleichwohl enthält sie kraftvolle Teilaspekte, die aus diesem Blickwinkel zu analysieren eine reizvolle Aufgabe für einen Literaturwissenschaftler sein dürfte. Möglicherweise ist das auch schon geschehen, nur habe ich davon bislang keine Kenntnis erhalten. Als ich an diesem Thema arbeitete, konnte ich derartige Ausarbeitungen trotz emsiger Recherche nicht ausmachen. Wer weiß, vielleicht gibt ja die erneut aufflammende Aufmerksamkeit einen neuen Impuls in diese Richtung. Würde mich freuen.--Jens Rusch 06:40, 6. Mai 2010 (UTC)



Reflektionen

April 2010

"Die Hauptcharaktere meiner Illustrations-Zyklen sind fast immer charismatische Außenseiter, unverstandene Sinnsucher. Gut möglich, dass die Suche nach einem Alter Ego die Themenwahl unbewusst beeinflusste. Aber es gibt noch eine weitere Projektion. Bei Professor Eberhard Schlotter, dem Großmeister der Alchimisten unter den Radierern, lernte ich auch, dass Illustration, wenn sie denn richtig verstanden würde, immer auch Illumination bedeuten solle. Daher suchte ich im Geschriebenen gern nach explizit Nichtgesagtem. Das war bei Faust die Bildwerdung des Reiches der Mütter, bei Panizza der Brückenschlag von der Gottesgeisel Syphilis zur aktuellen Pandemie Aids, bei Arno Schmidts „Schule der Atheisten“ die Integration regionaler Aspekte, bei „Evolution“ der Spagat zwischen Genesis und Paläontologie und bei der Carmina Burana die Darstellung nicht gesagter, aber deutlich gemeinter Frivolitäten im gesungenen Mönchsleben.

Beim Schimmelreiter war es die Sichtbarmachung der latent vorhandenen haidnischen Elemente, die Hauke Haien bei aller Bodenhaftung mehrfach in metaphysische Sphären zwingen. Meine Interpretationen dieser visionären Einschübe, mit denen Storm den Deichgrafen als einen Stigmatisierten darstellt, der Realität als die Manifestation des eigentlich Unsichtbaren begreifen muss, sind der eigentliche Kern dieser Illustrationen.

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Die Frage des jungen Hauke Haien an der Brandungsmarke der Nordsee „Seid Ihr auch hier bei uns?“ beantwortet er später seiner geistig behinderten Tochter Wienke, der Einzigen, der er sich diesbezüglich mitteilen kann, mit der einsamen Erkenntnis: „Ja Kind, das Alles ist lebig, so wie wir!“ Alle Übrigen sind blind für Wassergeister und dämonenhafte Gefahren. Mit dieser Facette der Stormschen Schöpfung eines Menschen, der zutiefst von ältesten kulturellen Erkenntnissen geprägt ist, mag ich mich identifizieren.

Tosende Mächte, die das Leben hinter einem fragilen Schutzwall bedrohen, mit Namen und Antlitz zu versehen, reicht tief in die genetisch verankerten Ursprungsängste der Menschwerdung zurück. Erhalten sie einen Namen, signalisiert man auch den Wunsch, mit ihnen kommunizieren zu wollen, zu handeln. Das dem Meer entgegen geschleuderte „Trutz, blanker Hans!“, wenn auf der einen Seite des Deiches der mit ungeheurer Gewalt aufgepeitschte Wasserspiegel 7 oder 8 Meter höher steht, und auf der tiefer liegenden Seite das Leben der Lieben im farbenblinden Hadesland bedroht wird, erscheint sinnvoller als jedes Gebet.

Den Mächten werden auf archaische Weise Opfer dargeboten. Je nach Stärke der Bedrohung Leben vom Hund bis zum Kind. Am Ende gipfelt die genetische Prägung einer unbewussten Erinnerung an Menschenopfer in einer dramatischen Selbstaufgabe: „Herrgott, nimm mich, verschon die Anderen!“. Man kann das Ganze auch als eine kausale Folge literarischer Notwendigkeiten lesen, ich bin jedoch überzeugt, dass Storm weit mehr vermitteln wollte – und dem habe ich versucht, in meinen Bildern Rechnung zu tragen.

Illumination infolge einer künstlerischen Auslegung schafft ein Mienenfeld – folgt man ausschließlich dem Edikt der Werktreue. Es ist daher auch unumgänglich, sich Gedanken über eine Akzeptanz zu machen. Unverständnis bei oberflächlicher Sicht könnte eine aufwändige Publikation durchaus gefährden. Daher bin ich durchaus erstaunt, dass dieses Buch nun bereits in die dritte Auflage geht. Es hat verständige Reflektionen gegeben und kategorische Ablehnung. Das war zu erwarten. Ein Illustrator muss hiervon unabhängig und überzeugt agieren, um glaubwürdig zu sein. Insofern ist er bei seiner Arbeit mit dem Autor völlig allein." --Jens Rusch 16:35, 16. Apr. 2010 (UTC)



Denis Jackson zeigt das Buch "Der illustrierte Schimmelreiter", das ihm nach eigenen Angaben bei seiner Übersetzung zu "The Dykemaster" zusätzliche Informationen durch die Bilder lieferte.
Koreanische Ausgabe

Auszug Nachwort Dr. Günther Mahal

Die mit den unterschiedlichsten Techniken (Aquarell, Aquatinta, Asphaltlack, Bleistifte, Druckfarbe, Farbstifte, Federzeichnungen, Lack, Öl, Pastellkreide, Pinselätzung, Radierung, Schabtechnik) arbeitenden Illustrationen von Jens Rusch bieten – nach Lessing – die „fruchtbaren Augenblicke“ der Erzählhandlung nach. In Szenen und Standbildern werden die Protagonisten und Höhepunkte der „Novelle“ dargestellt. .....

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Präambel

Und wirklich, einen Augenblick, als eine schwarze Wolkenschicht es pechfinster um mich machte und gleichzeitig die heulenden Böen mich samt meiner Stute vom Deich herabzudrängen suchten, fuhr es mir wohl durch den Kopf. ›Sei kein Narr! Kehr um und setz dich zu deinen Freunden ins warme Nest.‹ Dann aber fiel's mir ein, der Weg zurück war wohl noch länger als der nach meinem Reiseziel; und so trabte ich weiter, den Kragen meines Mantels um die Ohren ziehend. Jetzt aber kam auf dem Deiche etwas gegen mich heran; ich hörte nichts; aber immer deutlicher, wenn der halbe Mond ein karges Licht herabließ, glaubte ich eine dunkle Gestalt zu erkennen, und bald, da sie näher kam, sah ich es, sie saß auf einem Pferde, einem hochbeinigen hageren Schimmel; ein dunkler Mantel flatterte um ihre Schultern, und im Vorbeifliegen sahen mich zwei brennende Augen aus einem bleichen Antlitz an. Wer war das? Was wollte der? - Und jetzt fiel mir bei, ich hatte keinen Hufschlag, kein Keuchen des Pferdes vernommen; und Roß und Reiter waren doch hart an mir vorbeigefahren! In Gedanken darüber ritt ich weiter, aber ich hatte nicht lange Zeit zum Denken, schon fuhr es von rückwärts wieder an mir vorbei; mir war, als streifte mich der fliegende Mantel, und die Erscheinung war, wie das erste Mal, lautlos an mir vorübergestoben. Dann sah ich sie fern und ferner vor mir; dann war's, als säh ich plötzlich ihren Schatten an der Binnenseite des Deiches hinuntergehen.


So beginnt die Textausgabe von Theodor Storm. Fast ein Jahrhundert lang waren Verlage der Auffassung, seine Sprache sei bildhaft genug und bereits die Illustrationen, die Alexander Eckener 1941 fertigte, wären ein fataler und überflüssiger Irrtum gewesen. Mit dieser ablehnenden Grundhaltung wurde auch Jens Rusch konfrontiert, als er 1988 den Illustrations-Auftrag anläßlich des hundertsten Todestages des Husumer Literaten vom Verlag H. Möller /Rendsburg erhielt.

Literaturfreunde und Buchhandel sahen das anders. Obwohl die illustrierte Prachtausgabe mit einem entsprechenden Preis erschien, sind inzwischen bereits zwei leinengebundene Auflagen vergriffen. Insgesamt über achttausend Exemplare.

Schulbuchverlage nahmen die Illustrationen von Rusch auf, weil sich auf diese Weise die Darstellungen den Schülern im Unterricht besser vermitteln lassen. Lehrer fragen immer wieder beim Künstler an, ob sie die Illustrationen für Schul-Homepages und im Unterricht verwenden dürfen. Theodor Storm zählt nicht nur in deutschen Schulen zu den klassischen Beispielen deutscher Literaturgeschichte.

Ganz ähnlich verhielt es sich bei der koreanischen Ausgabe in der Übersetzung von Prof. Yongrok Oh. In Korea kennt man weder Erbhöfe noch Landgewinnung und Deichbau. Dort waren die Abbildungen höchst willkommen. Der koreanische Verlag Sol-Publishing brachte eine Version des Bandes "Der illustrierte Schimmelreiter" heraus. Und so verhielt es sich ebenfalls bei der Recherche des englischen Übersetzers Denis Jackson. Er stütze sich bei seiner Ausgabe "The Dykemaster" ganz wesentlich auf die vorliegenden Illustrationen des norddeutschen Künstlers.

Im Spätfrühjahr 2010 erscheint eine Hardcover-Version im norddeutschen Deich-Verlag.

Zeichnungen zum Buch

Radierungen

"Schimmelreiter" Farbradierungen jeweils von zwei Kupferplatten gedruckt. Motiv-Format 50 x 40 cm, mit ca. 10 cm Büttenrand. Auflage: 99 Handabzüge und 10 Künstlerexemplare (e.a.), signiert und einzeln numeriert auf Hahnemühle-Bütten 300 Gramm.

Schulbücher

Vorzugsblätter

Vorzugspreis: Buch mit je einer beigelegten Original-Radierung

  • Folio-Ausgabe 120.- Euro (vergriffen)

AKTUELL: Es ist uns gelungen, ein kleines Rest-Kontingent von hochwertigem 300 Gramm GVARRO-Bütten aus Spanien zu erhalten. Dieses besonders weiße Bütten wird seit Eintritt Spaniens in die EU wegen der nun geltenden Abwasser-Normen nicht mehr hergestellt. Sie erhalten die nun noch wertvollere Schimmelreiter-Grafik als Handabzug bis zum Jahresende noch zum alten Preis, signiert als Künstler-Exemplar "Epreuve ´d artiste" .

  • NEU: Taschenbuch-Ausgabe mit Grafik 98.- Euro

Plus Versandkosten.

Presse

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Mappen

Arbeiten, die im Buch nicht enthalten sind

Ölskizzen

Weitere Arbeiten in Öl auf Tableaux

Für die Reitszenen stellte sich freundlicherweise der Olympiateilnehmer Tjark Nagel zur Verfügung.

Text-Entwurf

Altea April 2010 vor Korrektur

"Ein Unglück über ganz Nordfriesland..."

Eigentlich ist es eine recht aussergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Erfolg deshalb, weil das Buch "Der illustrierte Schimmelreiter" als teure Folio-Ausgabe leinengebunden in zwei Auflagen immerhin gut 8000 mal von Buchliebhabern beim Buchhandel abgefordert wurde. Ohne Vertreterbesuche und herkömmliche Werbung in Gesamtdeutschland. Und nicht nur hier.

Eine illustrierte Lizensausgabe des Storm-Klassikers machte koreanische Literaturfreunde mit Erbpacht, Deichbau und Landgewinnung vertraut, jedoch auch mit nordfriesischen Ausformungen von Neid und Missgunst stormscher Definition. Genau diesem Aspekt widmet Dr. Günther Mahal in der dritten, der "Volksausgabe", wie der Arbeitstitel des jungen Deich-Verlages lautet, seine besondere Aufmerksamkeit, denn auch der Künstler Jens Rusch bekam diese im Schimmelreiterland selbst recht unmittelbar zu spüren.

Einer der Hauptgründe dafür, dass von den genannten 8000 Prachtbänden keine 2% in Nordfriesland landeten, liegt schlicht im Dominanzverhalten regionaler Verlages, die meinten, ihr "Territorium" handfest gegen das im Eigenverlag des Künstlers erschienene Buche zu verteidigen.

Dass Illustrationen die Novelle verständlicher machen können, zumal wenn diese "werkgetreu" angefertigt wurden, erkannten inzwischen auch mehrere Schulbuchverlage und der englische Übersetzer Denis Jackson. Dessen Arbeit "The Dykemaster" basiert nach eigener Aussage ganz wesentlich auf den ergänzenden Abbildungen des Illustrators Jens Rusch. So nimmt es nicht wunder, dass man derzeit über eine englischsprachige Version mit beider Arbeiten nachdenkt.

Wie lebendig in Deutschlands Norden das ist, was Prof. Walter Sauer im Vorwort des Folio-Bandes "Geopsyche" nannte, zeigt ein marginaler Vorfall, bei dem man versuchte, eine weitere Illustrationsfolge anderer Künstler zu propagieren, indem man den illustrierten Schimmelreiter diskreditierte: "Hauptmotivation für diese Holzschnittfolge war das körperliche Unbehagen, dass den Künstler überkam, wenn er das Machwerk von Rusch betrachtete." Eine Kollegenschelte, die mehrfach zitiert und variiert wiedergegeben wurde. Vergleichende Werbung ist in der Kunst recht selten, aber in Eiderstedt kommt diese halt doch vor. Einem Verlag, der seine Marktdominanz über journalistische Ethik stellt, sind solch plattitüdenhaften Künstlergemetzel natürlich hochwillkommen, zumal der Angegriffene sich schlecht dagegen wehren kann.


Kurioserweise stieg nach diesem Affront die Nachfrage nordfriesischer Buchhändler nach seinem Buch und daher konnte Jens Rusch mit diesen plumpen Anwürfen ganz gut leben. Dieses, zumal ihm eine Welle solidarischer Äusserungen entgegenschlug.

"Diese Situation, diese Konfrontation mit Ablehnung und dümmlichen Vorurteilen hat ja durchaus etwas mit dem Generalthema des Schimmelreiters gemein", sagt der Künstler. "Schaut man sich die Zeichnung "Ein Unglück über ganz Nordfriesland" vor diesem Hintergrund an, so wird das Thema nahtlos in die Gegenwart überführt". Und so stellte er sich zur Vorstellung des neuen, scherzhaft im Arbeitstitel "Volksausgabe" genannten Auflage die Frage: "Wie hätte ein Hauke Haien an meiner Stelle jetzt gehandelt?"

Die Antwort wurde ihm von seiner neuen, mutigen Verlegerin Anja Marschall leicht gemacht. Sie organisiert die Buchvorstellung mit einer Ausstellung der Originale im Roten Haubarg im Herzen des Schimmelreiterlandes. Ebenfalls ein Ort grosser symbolischer Strahlkraft - ebenfalls über Nordfriesland hinaus.


Siehe auch:

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